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Brutarten von Cichliden

Man unterscheidet zwei große Gruppen: 

Substratbrüter (Offenbrüter):

Sie laichen auf Steinen oder an Pflanzen. Das Gelege ist meist sehr groß und kann mehrere tausend

Eier umfassen. Ihre kleinen, ovalen Eier sind tarnfarbig oder durchsichtig und haften mit der Breitseite

am Substrat (das heißt an Steinen, Pflanzen, Wurzeln, Aquarienscheiben). Manchmal stehen sie auf

kurzen Stielen.

Die Geschlechtsunterschiede zwischen Männchen und Weibchen sind im allgemeinen wenig ausgeprägt,

oft ist das Männchen jedoch größer, mit länger ausgezogenen Spitzen der Rücken- und Afterflosse.

Bei manchen Arten bilden die Männchen einen Stirnbuckel aus, dessen Größe zumindest beim Zitronen-

buntbarsch (Cichlasoma citrinellum) von der Ranghöhe und der Anwesenheit von Rivalen abhängig ist.

Er kann innerhalb von Stunden auf- oder abgebaut werden. Beim Diskusfisch und beim Skalar lassen

sich Männchen und Weibchen oft nur kurz vor dem Ablaichen an der Form der Genitalpapille unter-

scheiden: Sie ist beim Männchen spitz, beim Weibchen stumpf.

Die Paare können auch außerhalb der Fortpflanzungszeit zusammenbleiben, häufig wandern jedoch 

die Männchen ab und beginnen eine neue Brut mit einem anderen Weibchen, das in einem weiter fort-

geschrittenen Stadium der Eireifung ist. Wenn die Aufzuchtbedingungen für Jungtiere günstig und mehrere

Weibchen in erreichbare Nähe sind, werden Offenbrüter-Männchen ab und zu polygam.

 

Substratbrüter (Versteck- oder Höhlenbrüter):

Sie legen größere und farbigere Eier als Offenbrüter. Die Gelege sind jedoch kleiner und bestehen aus

meist weniger als 200 Eiern. Die Männchen der meisten Versteckbrüter sind viel größer und bei vielen

Arten auch weit auffälliger gefärbt als die Weibchen.

Höhlenbrüter befestigen ihre Eier meist am Höhlendach. Die Eier haften bei manchen Arten mit der 

Längsseite, bei vielen aber an einem Pol. Nach dem Schlüpfen hängen die Jungen vom Höhlendach

herab, an das sie mit Klebdrüsen an ihrem Kopf geheftet sind.

 

Ovophile Maulbrüter (lateinisch: ovum = Ei, griechisch: philos = Freund):

Ovophile Maulbrüter nehmen die Eier während des Ablaichens oder unmittelbar danach ins Maul. Die

bekanntesten ovophilen Maulbrüter stammen aus den ostafrikanischen Seen, viele davon aus dem

Tanganjika- und Malawisee. Sie bilden nur während des Ablaichens Paare, manchmal wechseln die

Weibchen auch vom Männchen zu Männchen. Bei fast allen Arten haben sich Ei-Attrappen (Strukturen

oder Zeichnungsmuster, die den Eiern der betreffenden Art ähneln) entwickelt. Am bekanntesten sind

die Eierflecken auf der Afterflosse der Haplochromis-Männchen und ihrer Verwandten, der Arten

aus den Gattungen Pseudotropheus, Labeotropheus, Melanochromis, Aulonacara und vielen anderen.

Die Ei-Attrappen locken das Weibchen beim Ablaichen nahe an die Genitalöffnung des Männchen heran,

wo es versucht, die vermeintlichen Eier aufzusammeln, jedoch Spermien aufsaugt. Die Besamung nach

der "Eifleck-Methode" gewährleistet, daß die Eier der Weibchen eher von den Spermien des Revierbe-

sitzers befruchtet werden als von denen der Satelliten-Männchen, die, als Weibchen getarnt, ihre 

Spermien in den Laichgruben der territorialen Männchen hinterlassen.

Die Männchen dieser hochspezialisierten Maulbrüter sind meist größer und farbenprächtiger als die Weib-

chen. Die Gelege umfassen meist weniger als 70 Eier, bei vielen Arten zwischen 30 und 40. Die

Tropheus-Arten legen sogar nur 10 bis 15 Eier. Die Eier sind groß, dotterreich und leuchtend gelb-orange

gefärbt.

 

Larvophile Maulbrüter (lateinisch: larva = Larve, griechisch: philos = Freund):

Larvophile Maulbrüter laichen zunächst wie Offenbrüter auf und an Steinen ab, nehmen aber nach einigen

Tagen die gschlüpften Larven ins Maul und pflegen sie weiter, bis die Dottersäcke aufgezehrt sind. Dann

führen sie den Schwarm der Jungen wie andere Cichliden-Eltern. Die bekanntesten larvophilen Maulbrüter

sind einige Arten aus der Verwandtschaft der südamerikanischen Gattung Geophagus und der west-

afrikanischen Gattung Chromidotilapia.